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Organisierte Religion versus Magie
Desgleichen kritisieren aber auch viele praktizierende Magier die Monopolisierung der Magie durch die Priesterkasten der unterschiedlichen Religionen und die Instrumentalisierung der Magie durch die Religionen für Zwecke gesellschaftlicher Unterdrückung.Magie und Religion sind vielfach eng miteinander verwoben; viele Kritiker der Magie sehen jedoch einen Gegensatz zwischen Religiosität und Magie.
bei den Wicca.B.Die Magie spielt zwar insbesondere bei neuheidnischen Religionen eine besondere Rolle, z. Da sie aber auch als reine Technik betrachtet werden kann, erfüllt sie zunächst keine religiöse Funktion. Jedoch sollte man bedenken, dass die Praxis der Magie in älteren kulturen Aufgabe der Priesterinnen und Priester war, dass vor allem in westlichen und monotheistischen kulturkreisen die Magie sich von der Religion stark getrennt hat, dass viele praktizierende Magier sich als Priester betrachten und es unter praktizierenden Magiern sogar die Lesart gibt, Religionen, die sich auf eine nachweislich gestorbene Gründerfigur bezögen und diese anriefen, also evozierten und invozierten, seien nichts anderes als Nekromantenkulte (Geisterbeschwörung, Spiritismus), also Magie.
Der Magier ist in dieser Magie eher ein Bittender, der die Interessen seiner Mitmenschen im Auge hat, und häufig auch als Heiler fungiert. Hier wird dem magischen Willenssatz häufig ein „solange es niemanden schadet“ angefügt – die Interessen seiner Mitmenschen werden so explizit berücksichtigt. Wicca (Hexentum), Asatru (germanischer Glaube), arbeiten in erster Linie mit der These „Es ist mein Wille, wenn es Dein (Gott, Universum, unterschiedlichste Götter) Wille ist“.B. christliche Magie und auch die heidnisch-religiös orientierte Magie, z.Die sog. Der Magier unterstellt seine Magie oder seinen magischen Akt, je nach seinem persönlichen Glauben, einer übergeordneten Instanz.
) vermittelt wird. Im Gegensatz zum mystisch-religiösen menschen, der sich als „Werkzeug“ einer höheren Instanz sieht, die er als Gott oder Götter definiert und auf deren Handeln er allenfalls durch Gebete und Fürbitte Einfluss nehmen kann, sieht er sich nicht als gehorchender Diener jenseitiger Mächte an, deren Wille ihm durch einige wenige "Berufene" (Priester, Offenbarungsschriften etc.Es kann jedoch ein magisch-religiöser Konflikt entstehen, wenn der Magier sich auf den Standpunkt stellt, „mein Wille geschehe“. In diesem Falle findet eine Abwendung von den jeweiligen Glaubensvorstellungen statt, denn in diesem Falle bekundet der Magier, dass er aus eigener Kraft sein Schicksal gestalten will und für dieses die volle Verantwortung übernimmt. Er bedient sich hier aller Techniken und Gottheiten, die seinen Zielen förderlich sein könnten.
Er ist nach seiner Auffassung für sein Handeln und seinen Lebensverlauf allein verantwortlich, ohne für die Folgen andere „höhere Mächte“ dafür verantwortlich machen zu können. Er sieht sich jedoch frei von höheren Mächten und einer ihm auferlegten Ethik. Dies hindert ihn allerdings nicht, zum Wohle seiner Mitmenschen zu „zaubern“, zu handeln und zu heilen.In diesem Falle ist der Magier, was seine Ethik anbelangt, völlig frei, da er sich nicht einem religiös-mystischen System unterwirft. Diese entwickelt er für sich selber.
Hierbei sei auf die unterschiedlichen Magiemodelle verwiesen.Ob im Rahmen eines magischen Aktes tatsächlich fremde Mächte beschworen werden, ist – wie könnte es anders sein – Ansichtssache, und bis jetzt blieb die Magie jeden Beweis schuldig, daß sie in irgendeiner Art und Weise Phänomene hervorzurufen in der Lage sei.
Wenn jemand an die Existenz von Dämonen oder Teufeln glaubt, so sind diese – zumindest für die jeweilige Person – in ihrem subjektiv-psychischen Universum (ebenso wie ein gedachter Gott) durchaus real und können natürlich zu Verhaltensänderungen der Person führen, es können demnach durchaus psychische Probleme auftreten wie Größenwahn, Minderwertigkeitskomplexe, Angst, Schuldgefühle, Magiesucht. Zudem dürfte der Teufel (Satan), insbesondere in monotheistischen Religionen, eine beliebte Figur gewesen sein, um die Gläubigen in Schach zu halten. beschworen würden, und es handele sich um Satanismus, hängt von der jeweiligen Ansicht des Betrachters ab.ä.Die immer wieder auftretende Kritik, dass in der Magie die Kräfte des Bösen, des Teufels o. „Was gut - Was böse“ – es ist Glaubenssache, und so gibt es im nondualistischen Denken eine solche Einteilung nicht.
Problematisch ist hierbei die Besessenheit oder Sucht an sich, nicht die Sache.B.Diese sind aber nicht magiespezifisch, sondern treten auch in anderen Bereichen auf, z. Sexbesessenheit, Allmachtsgefühle, Arbeitswut (Workaholic), fanatischer Glaube.
Dieser Vorwurf bleibt unabhängig davon aufrecht, ob diese intendierte Beeinflussung nun tatsächlich möglich ist oder nicht. Auf diese Weise wäre Magie der Ausdruck einer ichbezogenen Haltung, die alles übrige instrumentalisiert.Der Haupteinwand gegen die Magie liegt im Vorwurf der Bemächtigung unpersönlicher Kräfte, anderer Lebewesen und geistiger Wirklichkeiten für eigene Ziele.
Ein weiterer Einwand theologischer Provenienz lässt fragen, ob durch Magie und Okkultismus möglicherweise tatsächlich Mächte des Bösen beschworen werden (Teufel, Dämonen) und der Mensch dadurch in eine Abhängigkeit gerät, die seiner Freiheit und Würde abträglich sind. Auch der Mitmensch könne und dürfe nicht als Mittel zum Zweck angesehen werden, sondern müsse in seiner personalen Würde geachtet werden.Vom religiösen und insbesondere vom christlichen Standpunkt aus hält die Kritik der Magie daran fest, dass der Mensch insbesondere in seiner Gottesbeziehung immer ein Empfangender, nie ein Verfügender sein könne. Wollte er das Göttliche als ihm zu Diensten stehend denken oder in seiner Praxis dieses als jederzeit verfügbar ansehen, würde damit ein echt personaler Gottesbezug aufgehoben und unmöglich gemacht.
Aus der Sicht des praktizierenden Magiers hingegen lässt sich diese Kritik auch zurückgeben, denn die Abhängigkeit von Institutionen wie der christlichen kirche, die dem Gläubigen Schranken des Handelns, Denkens und Verhaltens auferlegt, kann ebenso als Abhängigkeit von Dogmen und Glaubenssätzen gesehen werden, die das Individuum seiner Freiheit berauben, es in die kantsche selbstverschuldete Unmündigkeit führen, eventuell sogar Person und gesellschaft schädigen, und die es davon abhalten, einen echten Bezug zum Göttlichen in sich selbst herzustellen, der nicht auf Glaube sondern auf Erfahrung beruht.
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